Langfristige Handels-Ansätze
Anders sieht es bei Trades aus, die sich über mehrere Tage oder Monate
erstrecken. Hier spielen neben der Charttechnik andere Faktoren eine
Rolle. Die fundamentale
Situation gewinnt mit dem Zeitrahmen an Bedeutung.
Erfreulicherweise ist es nicht unbedingt nötig, die
volkswirtschaftlichen Größen (wie z.B. das
Außenhandelsdefizit oder die Verschuldung) der
Währungsräume selbst zu ermitteln bzw. werten. Zu
diesem Zweck haben die großen Banken ihre eigenen Research-Abteilungen
und veröffentlichen in vielen Fällen ihre Ergebnisse.
Dazu geben sie dann oft konkrete Kursprognosen, die von Bank zu Bank
mehr oder weniger stark differieren können. Als Anleger kann
es sinnvoll sein, einige Berichte zu vergleichen, eindeutige Trends
auszumachen und sich entsprechend zu positionieren. Die Banken
können sich natürlich irren, somit bleibt das Risiko
beim Anleger bestehen.
Die Chartanalyse
sollte hier allerdings nicht außer Acht gelassen werden.

Man sieht hier einen mehrmonatigen Chart des Euros gegenüber dem US-Dollar. Durch die zwei Spitzen (Doppeltop), die etwas auseinander liegen, wird die Wende des kürzlich vorangegangenen Aufwärtstrends eingeleitet.
Bei langfristigen Spekulationen sind außerdem die Zinsen wichtig. Wie schon besprochen zahlt man sie oder bekommt sie. Wenn man beispielsweise auf den japanischen Yen und gegen den US-Dollar setzt, muss man beachten, dass man aufgrund des niedrigeren Zinsniveaus in Japan kontinuierlich Zinsen für die Position zahlen muss. Diese Kosten müssen durch den erwarteten Kursgewinn erst noch gedeckt werden, bevor der Deal Gewinn abwirft.
Das lässt sich aber auch als Vorteil nutzen. Eine sinnvolle Strategie könnte es sein, eine Währung zu kaufen, bei der man Kursgewinne erwartet, die aber gleichzeitig ein höheres Zinsniveau besitzt als die Gegenwährung:
"Zinsstrategie"
Spekulant S kauft die Türkische
Lira gegen US-Dollar (USD/TRY) zu 1,20 für 1.000
USD, weil er auf Kurssteigerungen hofft. Nach einem Jahr ist die
Spekulation aber nicht aufgegangen und die Lira ist um 5% auf 1,14
gefallen. Trotzdem hat S einen Gewinn von 5% erzielt, da die
Zinsdifferenz (angenommen) bei 10% liegt. Erst wenn der Kurs um
über 10% fallen würde, hätte S einen Verlust
erlitten.