Zinsen im Devisenhandel
In jedem Währungsraum gibt es ein eigenes Zinsniveau.
In Europa wird die Höhe des
"Leitzinses" durch die Europäische Zentralbank
(EZB) bestimmt. Zum Leitzins können die
Geschäftsbanken von der EZB Geld leihen und es dann in Form
von Krediten an Privatpersonen oder Unternehmen "weiterverleihen".
Für den Forexhändler sind Zinsen interessant, da er
entweder welche bekommt oder sie entrichten muss. Ihre Höhe
hängt maßgeblich vom Zinsniveau im
Währungsraum der Basiswährung und der
Gegenwährung ab. Die einzelnen Broker haben häufig
unterschiedliche Bestimmungen, die den Umgang mit Zinszahlungen
reglementieren.
Grundsätzlich
gilt die folgende Formel:
- Zinsen = (Zinsniveau der Basiswährung - Zinsniveau der Gegenwährung) x K
- Zinsen: Jährliche Zinszahlung
- K: Kapital
Beispiel 2: Zinsen
Spekulant S möchte eine große
Zinsdifferenz zwischen der Türkischen Lira (TRY) und dem Euro
(EUR) ausnutzen. Er glaubt, dass sich der Kurs der Lira
gegenüber dem Euro innerhalb eines Jahres nicht wesentlich
verändern wird. Sein Broker stellt die Zinsen wie folgt:
| Euro: | BID: | 4,9% | ASK: | 5,0% | Spread: | 0,1% |
| Türkische Lira: | BID: | 15,0% | ASK: | 15,1% | Spread: | 0,1% |
S kauft 10.000 Türkische Lira und hinterlegt 10% Margin (1.000). Nun bekommt er tägliche Zinszahlungen bis er die Position liquidiert. Die obige Formel wird angewendet: Zinsen=(0,15-0,05)x10.000=TRY 1.000 pro Jahr. Folglich bekommt S täglich 1.000/365 Tage ~ TRY 2,7397. Das entspricht einer Rendite von 100% im Jahr bezogen auf die 1.000 Lira Margin. Der Haken daran ist: Sollte der Kurs der Türkischen Lira gegenüber dem Euro um über 10% fallen, ist das gesamte Margin verloren. Hat S kein weiteres Geld auf sein Konto eingezahlt, wird die Position vom Broker liquidiert. S hätte einen Totalverlust erlitten.